Verbot von Handys in den Schulen ist die falsche Richtung des Fortschritts

Schule ein Ort zum Lernen

Am Anfang soll festgehalten werden: Schule ist ein Ort zum Lernen und Wachsen. Durch gezielte Förderung und Gestaltung von Lerngelegenheiten können sich Schülerinnen und Schüler in ihren Kompetenzen entwickeln. Hierfür machen sich die Lehrkräfte Gedanken und planen Unterricht dementsprechend. Wenn Schülerinnen und Schüler diesem Unterricht – aus welchen Gründen und mit welchen Dingen auch immer – nicht folgen, führt das längerfristig zu Nachteilen für die Einzelnen. Dabei ist es egal, ob die Schülerinnen und Schüler vor sich hinträumen, mit jemanden anderen reden oder eben auf ihre Handys schauen!

Klare Regeln gemeinschaftlich und demokratisch entwickeln

All das was zur Lernpassivität führt, führt eben nicht zur Kompetenzentwicklung. Als es das Smartphone noch nicht gab, wurden Zettel geschrieben oder heimlich die Bravo oder der Kicker gelesen. Es gab also schon immer Dinge, die vom Unterricht abhielten. Natürlich sollte das immer geahndet werden, wenn es zu nicht erwünschten Aktivitäten im Unterricht kommt. Es war schon immer so und das gilt natürlich heute auch für das Smartphone.

Die Schulen haben genügend Kompetenzen und Gremien, um auch mit den Schülerinnen und Schüler sowie den Eltern aber auch Lehrkräften über Regeln im Umgang mit digitale Medien zu entscheiden. Gerade auch dieser Prozess der gemeinsamen Entscheidungsfindung sollte nicht ausgelassen, sondern von den Schulen konkret gestaltet werden!

 

Das Eintreten in die Schule sollte keine Reise in die Vergangenheit sein

Doch was bedeutet das? Wenn an allen Schulen in Deutschland das Smartphone einfach verboten werden und man dem Beispiel von Frankreich folgen würden? Sind wir doch mal ehrlich: Leider sind in vielen Klassenräume das Smartphone der Kinder das Modernste in diesen Räumen. Während das Leben immer mehr über das Smartphone organisiert und erleichtert werden kann, tun wir in den meisten Schule mit der Ausstattung so, als gäbe es in den letzten 20 Jahren keine Entwicklung. Die Kreidetafel ist genauso aktuell wie der Overhead-Projektor. Es darf doch nicht nur für einige Schule gelten, dass wir raus müssen aus der Kreidezeit in den Schulen!

Klar, in der Grundschule müssen Kinder sich noch nicht intensiv mit Smartphones auseinandersetzen, da hier das Handy auch nicht zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler gehört. Aber spätestens ab der 7. Klassen sind doch Handys bei den meisten Schülerinnen und Schüler normal und Bestandteil ihres Alltags. Sperren wir das Handy aus der Schule aus, sperren wir eben auch ein Stück Alltag der Lernenden aus der Schule aus.
Niemand würde fordern: „Ab heute darf nicht mehr über Fußball oder Kunst in der Schule geredet werden, weil es den Schulalltag stört.“ Es geht doch in der Schule unter anderem darum, dass die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, kompetent die Dinge im Alltag und in der Berufswelt meistern zu können.

Es gab auch Menschen, die meinten, dass das Radio uns verdummen lässt, wenn wir es zu intensiv nutzen. Es gab immer Kritiker bzgl. der Nutzung neuer Technik. Aber die Schule muss die Schülerinnen und Schüler eben auch auf die Zukunft vorbereiten! Welcher Beruf kommt denn heute noch ohne Digitalisierung aus?

Digitalisierung nutzen und nicht aussperren

Es muss also darum gehen, dass wir die Schülerinnen und Schüler fit machen. Auch im Umgang mit dem Smartphone und digitalen Medien. Hierbei gilt es Fragen zu klären, warum man nicht jedes Bild im Internet veröffentlichen muss. Oder warum digitale Likes weniger wert sind, als reale Freundschaften. Und warum man über seine Daten wachen sollte. Das sind Fragen die Schülerinnen und Schüler mal angeleitet diskutieren sollten. Aber an dieser Stelle sei auch klar fomuliert, dass nicht die Schule die Schülerinnen und Schüler mit einem Handy ausstattet. Das geschieht zu Hause und daher stehen hier auch die Eltern in der Pflicht. Eine Möglichkeit wäre, dass Eltern mit Schule zusammen an der Entwicklung von Kompetenzen arbeitet.

Aber Schule kann auch mehr bieten, also warum nicht mal selbst eine App entwickeln und gestalten. Den Onlineraum nutzen, um mit einer Austauschklasse in England zu kommunizieren, die physikalischen Untersuchungen im Cern aus Berlin live verfolgen und mit Google-Earth die Welt entdecken, als nur den Globus zu drehen.

Ja, Digitalisierung kann Vorteile bringen, so wie vieles, wenn man es bedacht nutzt. Auch ein Buch über effiziente Kriegsgestaltung ist nicht förderlich in der 7. Klasse. Aber diskutieren wir den Einsatz von Büchern so ängstlich, wie das Nutzen von Handys? Jede Generation hat ihre typischen Instrumente, die in der Schule stören. Waren es bei mir die elektronischen Tamagotschies, so waren es davor die Kaugummis und eben immer wieder die kleinen Zettel, die durch den Raum flogen! Aber das Smartphone kann im Gegenteil zu den eben genannten Dingen auch lernförderlich eingesetzt werden. Es muss nur gestaltet werden und der Markt bietet hierfür schon viele Möglichkeiten.

 

Verantwortung im Umgang lernen und nicht Verbote und Ignoranz schulen

Die Schülerinnen und Schüler sollten lernen, wie man Verantwortung übernimmt. Wie man für sich und für andere einsteht. Wir sollten ihnen nicht beibringen, dass wir Dinge damit lösen, indem wir sie aussperren.

 

Persönliche Zielsetzung

Ich trete dafür ein, dass wir mehr Energie dafür verwenden, wie wir Schule an unsere Gesellschaft orientieren und fortschriftlich machen. Nicht wie wir sie immer weiter in den Rückschritt lassen.
Moderne Klassenräume, gut ausgebildete Lehrkräfte, offene Strukturen und ein gesellschaftliches Ja zur Schule sind gefragt. Wir sollten überlegen, was kann Schule leisten und wie schaffen wir das! Wir sollten aufhören, Schule schlecht und klein zu halten. Helfen kann jede und jeder! #EinfachMachen

Der Mindestlohn steigt ab Januar 2019

Der Mindestlohn steigt weiter. Ohne die SPD gäbe es diesen nicht in Deutschland und es ist gut, dass er weiter ausgebaut wird. Wichtig ist aber weiterhin für gute Löhne zu sorgen und Tarifverträge zu stärken. Der Mindestlohn muss eine Ausnahme bleiben. Dafür ist eine weitere Anstrengung im Bildungsbereich weiter sinnvoll. Eine gute Bildung ist die Voraussetzung für gute Arbeit.

Forderung nach Themenparteitagen innerhalb der SPD

Die SPD muss wieder stärker der Ort werden, an dem Debatten stellvertretend für die gesamte Gesellschaft geführt werden. Zudem muss die Sozialdemokratie einige Zukunftsfragen inhaltlich aufarbeiten und klären, um konkrete Visionen zu entwickeln, die über den Tag, aktuelles Regierungshandeln und tagesaktuellen Herausforderungen hinausweisen.

Damit die SPD auch wieder als inhaltliche Partei wahrgenommen und an Profil gewinnt, müssen die Debatten um Inhalte stärker in die Öffentlichkeit getragen werden. Daher hat die SPD Friedrichsfelde-Rummelsburg auf Antrag von Julian Lange und meiner Person gefordert, dass die SPD monothematische Parteitage einberuft und organisiert. Wichtig ist, dass auf diesen  ohne akuten Entscheidungsdruck etwa durch Regierungshandeln Themen diskutiert werden. Damit die Mitgliedschaft der SPD mit eingebunden werden kann und um den Gliederungen ausreichend Zeit zu geben, eigene Initiativen und Vorschläge zu einem eingegrenzten Thema vorzubringen, muss den Themenparteitagen eine mehrmonatige Vorbereitungsphase vorgeschaltet werden.

Der Antrag wird nun auf dem nächsten Bundesparteitag der SPD beraten werden!

Der gesamte Antrag ist hier im Wortlaut zu lesen: Antrag monothematische Parteitage

Weitere inhaltliche Forderungen zur Erneuerung der SPD finden sich auf unserer Seite unter: http://europaradikale-sozis.eu

Presseberichte hierzu:
taz: http://www.taz.de/Debatte-um-SPD-Themenparteitage/!5489581/

 

Es braucht eine SPD mit pulsierendem Herz für die Sozialdemokratie

Unsere Generation ist das progressive Herz Deutschlands: jung, modern und süchtig nach Zukunft

Es haben sich vier Mitglieder der SPD gefunden, welche sich Gedanken jenseits der Frage GroKo oder NoGroKo machen. Zwei von den vier haben für eine Große Koalition gestimmt und die anderen beiden dagegen. Wir vier kommen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und sind in den unterschiedlichsten Ebene der Politik tätig. Und wir vier haben hier aufgeschrieben, warum es eine radikale inhaltliche Erneuerung der SPD braucht. Hier steht es: http://europaradikale-sozis.eu 

Wir sind radikal, weil wir Fragen beantworten wollen, die sich schon gar keiner mehr zu stellen traut. Nicht nur an Schräubchen drehen, sondern dicke Bretter bohren.

Wer wir vier sind: Luisa Boos, Julian Lange, Elisabeth Kaiser und ich. Wer die Namen googelt wird sehen, dass da unterschiedliche Politikebene  – sei es Bundestag, Landespartei oder Kommunalpolitik – aufeinander treffen!

Unser Ziel ist eine neue SPD, die Partei von Morgen

Was wir fordern ist nichts anderes als eine SPD mit Visionen von einer künftigen Gesellschaft und mit Antworten auf bedeutsame Zukunftsfragen. „Sicher ist die SPD keine revolutionäre Partei, aber sie muss wieder mutige Gesellschaftsentwürfe entwickeln und Veränderungen anstoßen. In den letzten Jahren ist der Veränderungswille der SPD auf ein kurzsichtiges Niveau geschrumpft.“

Wir haben unter http://europaradikale-sozis.eu einen Diskussionsaufschlag gemacht, welcher nicht abschließend, umfassende oder für sich alleine ausreichend ist. Wir wollen nach vorne schauen und haben die SPD genommen, wie sie gerade ist. Wir haben daraus ableiten unseren Diskussionsbeitrag auf vier Schwerpunkte ausgerichtet!

  1. Europa ist die Alternative – Wir sind das alternative Europa
  2. Neustart für soziale Sicherheit in Deutschland
  3. Nehmt den Reichen die Privilegien, Bildung für alle!
  4. Ein Demokratie-Update

Weiterlesen

Sondierungen nicht ausreichend – Für SPD zu wenig in zentralen Themen

Ergebnis der Sondierung

Nach langen Sondierungen zwischen CDU, CSU und SPD liegt nun ein Ergebnis vor. Das Papier der drei Parteien, welches als Grundlage für Koalitionsverhandlungen dienen soll, findet sich hier. Nun wird der SPD Bundesparteitag am 21.01. in Bonn entscheiden müssen, ob die SPD in Koalitionsverhandlungen eintritt. Erst nach dieser Entscheidung wird klar sein, ob es Koalitionsverhandlungen geben kann.

Hierzu mein Statement:

„Auf Grundlage des Papiers zum Sondierungsergebnis im Vergleich zum SPD Bundestagswahlprogramm und zu den Entscheidungen des SPD Bundesparteitags aus dem November, kann ich das Ergebnis nicht als Erfolg oder positiv bewerten. Ein Eintreten in Koalitionsverhandlungen auf Grundlage der Sondierungsergebnisse, kann ich nicht zustimmen. Ich werde also auf dem Bundesparteitag am 21.01. 2018 mit Nein zu Koalitionsverhandlungen stimmen.

Zentrale Entscheidungspunkte sind hierbei die Bildungspolitik, Gesundheitspolitik, Arbeitsmarktpolitk und die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft. Bei diesen Inhalten wird die SPD in einer Regierung an Profil und, meiner Meinung nach, Vertrauen verlieren. Ein wirklicher Fortschritt in vielen Gerechtigkeitsfragen erreichen wir damit nicht. Die SPD wird somit ihr Profil und die Kompetenz im Bereich Gerechtigkeit nicht stärken können. Das viele Missstände im Bereich Bildung, Gesundheit, Arbeit und Wohnen nicht mit der nötigen Überzeugung angepackt werden, kann uns als SPD nicht zufriedenstellen. Daher kann ich meine Zustimmung zu Koalitionsverhandlungen nicht geben! Wir als SPD sollten uns bewusst sein, dass Zusagen im Wahlkampf auch nach der Wahl stehen sollten, sonst werden wir weiter an Vertrauen verlieren!“

Punkte die für ein Nein zur Koalitionsverhandlung sprechen:

Durch folgende Punkte bleibt die SPD hinter den Erwartungen zurück

  • es wurde keine Bürgerversicherung und nicht einmal ein Eintritt in die Bürgerversicherung vereinbart
  • keine wirkliche Abschaffung des Kooperationsverbots, also das Bund in Bildung umfassend wirken und investieren kann;
  • keine Umfassenden Fortschritte im Bereich Bildung, auch bzgl. der Kostenfreiheit von Kita über Ausbildung, Meisterabschluss und Studium
  • keine Abschaffung von sachgrundloser Befristungen
  • keine Nachhaltigkeit in der Rentenfrage
  • es gibt keine Formulierungen Richtung Reichensteuer
  • keine sinnvolle Verbesserungen im Bereich Wohnen und Mieten

Dafür wird eine Obergrenze für Zuwanderung bei rund 200.00 Menschen angedeutet und sogar Flüchtlingszentren werden gefordert. Beides Punkte, die ich nicht unterstützen kann. Auch sind die Fortschritte im Bereich Rente und Steuern, mit denen die SPD als zentrale Forderungen in den Bundestagswahlkampf angetreten sind, nicht formuliert.

Nun Mitglied werden und mitentscheiden

Die SPD wird nun auf dem Bundesparteitag darüber entscheiden, ob die SPD in Koalitionsverhandlungen einsteigen soll. Sollte es dann einen Koalitionsverhandlungen geben, werden die Mitglieder der SPD (alle) über diese Ergebnisse abstimmen. Wer also mitentscheiden möchte, sollte nun in die SPD eintreten und für Verbesserungen und Fortschritt kämpfen!